Wir haben vom 25.04.2010 bis 28.04.2010 an der PD Akademie in der polnischen Stadt Krakau teilgenommen. Es handelte sich um einen alljährlichen Fortbildungskurs mit den Themen, die sich hauptsächlich mit der peritonealen Dialyse befassen. Dieser Kurs ist vor allem für Ärzte aus dem mitteleuropäischen Raum gedacht. Das Ziel der Akademie ist es, die Erfahrungen der Ärzte in der PD zu erweitern. Die Vorlesungsblöcke fanden abwechselnd mit Übungen und dem Studium der interessanten Kasuistik statt. Bei diesen Übungen tauschten wir unsere eigenen Meinungen und Erfahrungen mit den Kollegen aus und versuchten Lösungen für Probleme zu finden.
Die Lektoren waren sehr berühmte Kapazitäten auf den Gebieten der Nephrologie und der PD, wie Dr. Jose Divino, MD, PhD, Prof. Dr. Max Dratwa, MD, PhD, Dr. Jacek Lange, MD, PhD, da die Führung der gesamten Akademie unter Dr. Martin Wilkie, MD, PhD aus dem Kidney Institute, Northern General Hospital Sheffield, in England war.
Das Hauptziel des Kurses war es, uns größeres Vertrauen und mehr Erfahrungen bei der Handhabung des PD Programmes und der Qualitätsverbesserung zu geben. Das Programm wurde angeboten, um den geeigneten Zeitpunkt für den Beginn der PD, sowie die Vor- und Nachteile der bestimmten Modalitäten der PD aufzuzeigen.
Die Themen waren in vier Tage aufgeteilt. Der erste Tag war für die Registrierung, die Einleitung und die Hinweise der Arbeit vorgesehen. Der zweite Tag wurde mit der PD-Geschichte, der Vorbereitung der Patienten und den Beginn für das PD-Programm, den Möglichkeiten dieser Therapie und der Lösung der nichtinfektiösen Grundkomplikationen fortgesetzt. Die Vorlesungen wurden mit 90-minütigen Übungen abgewechselt.
Am dritten Tag beschäftigten wir uns mit den Eigenschaften bestimmter Lösungen, die bei der PD verwendet werden. An diesem Tag nahmen wir auch an zwei 90-minütigen Übungen teil. Der Tag endete mit einem hervorragenden Vortrag von Dr. Jose Divina, MD, PhD über die Verwendung von PD in Notfallsituationen.
Am vierten Tag haben wir die häufigsten und schwersten Komplikationen der PD durchgenommen, wie die infektiösen Komplikationen oder die infektiösen Peritonitiden, als wir vor allem über die Prävention diskutiert haben. Der Kurs endete mit Auftritten von Vertretern der teilnehmenden Länder, die über die konkreten Probleme in ihren Ländern sprachen, welche nicht nur die peritoneale Dialyse betreffen, sondern auch andere Aspekte in der Nephrologie. Wir probierten nach Möglichkeit Lösungen für die Zukunft zu suchen und anzubieten, wobei die Besonderheiten in den jeweiligen Ländern sehr unterschiedlich waren.
Unter den gesellschaftlichen Rahmenprogrammen würde ich besonders den Besuch eines alten berühmten Salzbergwerkes in Wieliczka in der Nähe von Krakau erwähnen. Der Abbau des Salzes in diesem Bergwerk wurde im 13. Jahrhundert begonnen, und bisher wurden schon 7,5 Millionen Kubikmeter Salz gewonnen. Wir begannen die Besichtigung des Bergwerkes mit dem Abstieg über 350 Stiegen in 64 Meter Tiefe, wobei die tiefste Stelle des Bergwerkes mehr als 300 Meter ist. Der von uns zurückgelegte Weg war nur 2,5km lang, während die unterirdischen Gänge eine Länge von insgesamt 259km haben. Im Bergwerk beträgt die die Temperatur im ganzen Jahr 14 Grad. Heute ist das Bergwerk nur eine touristische Attraktion, in der man Galerien, Statuen und sogar aus Salz geschnitzte Kapellen betrachten kann. Das Bergwerk wird als Rehabilitations- und Wellnesszentrum genutzt. Die Luft im Bergwerk ist außergewöhnlich gut, was das Alter unseres Führers von 129 Jahren beweist. 1994 wurde das Bergwerk als Weltkulturerbe deklariert.
Ich bezeichne den Kurs als positiv, er hat uns in unserer Arbeit viel Unterstützung geboten, in der man mit einem Motto einer berühmten Jagel-Universität in Krakau motivieren kann. Es lautet – plus ratio quam vis – der Geist besiegt die Kraft.
(MUDr. Patrik Vrbjar, 10. Mai 2010)
