Logman a.s.


Bericht über den ERA-EDTA 2010 Kongress, München.

In den Tagen 25. – 26.6.2010 fand das gemeinsame Kongress ERA-EDTA und der Deutschen nefrologischen Gesellschaft (die neue Gesellschaft, die als Vereinigung zweier ehemaligen Gesellschaften in deutschsprachigen Ländern im Jahre 2009 entstand) statt. Genauer gesagt ging es um das 67. ERA-EDTA Kongress und das II. Kongress der Deutschen nefrologischen Gesellschaft, das im Zentrum Europa in der deutschen Stadt München stattfand. Der Treffpunkt war Internationales Congress Center München (ICM) – ein hochmodernes Kongresszentrum. Lehrausschuss unter der Leitung Herrn Prof. Josep M.Grinyo aus Spanien sicherte ein breites Angebot von Vorlesungen und Symposien, die sowohl verschiedene Aspekte der klinischen Nefrologie, als auch die letzten Forschungen in diesem Gebiet decken. Die besondere Aufmerksamkeit wurde den jungen Forschern und Nefrologen gewidmet, vor allem denen, die eine Unterstützung im Rahmen ERA - EDTA Programm gewannen, aber auch den neuesten klinischen Studien. Der Kongresspräsident war Herr Prof. Christoph Wanner aus Deutschland. Das Fachprogramm wurde in mehrere Teile geteilt, in Plenarvorträge, „Minivorträge“, Symposien, Aktualisierungen aus der Literatur, Kompaktprimeren, Für-Kongress-CME-Kurse. Auf der Veranstaltung gab es eine reiche Sektion von Postern aus der Ländern der ganzen Welt.

Der erste Tag – der 25.Juni 2010
Freitag Vormitag hörten wir uns in 3 Vorlesungsräumen in mehrere Teile geteilte Für-Kongress–CME-Kurse und zwar: Tiermodelle Nierenerkrankungen, Transplantationsimunologie, Ultraschalldiagnostik der Nieren, Reumatologie für Nefrologen, Lehrkurs der Nierenpathologie u.a. Feierliche Eröffnung des Kongresses fand um 18 Uhr abends statt. Nach dem Eröffnungsvortrag des Kongresspräsidenten Christoph Wanner brachten mehrere bekannte Persönlichkeiten wie Prof. Gérard London Präsident von ERA-EDTA und Prof. Reinhard Brunkhorst Präsident von der Deutschen nefrologischen Gesellschaft interessante Kenntnisse. Wir freuten uns vor allem über anregende Schlüsselbemerkungen zum Thema „Forschung macht Freude“ von Prof. Jozefa Reichholf aus München. Der weltberühmte 65-jährige Biologe, Kopf der Ornitologiesektion in der Nationaltiersammlung aus München sprach über Entwicklung der Zebras und Ökologie der Flusswälder, lustig und belehrend zugleich. Die feierliche Eröffnung wurde mit dem Konzert von den Regensburger Domspatzen beendet.

Der zweite Tag – der 26.Juni 2010
Am Samstag Vormittag gab es eine Plenarvorlesung von Prof. Ludger Klein aus dem Immuninstitut der Münchner Universität von der Aufgabe der T-Zellen im Immunsystem. Er identifizierte CD4+ Regulations-T-Zellen (sog. Tregszellen) wie die Hilfszellen im Kampf gegen Autoimmunerkrankungen. Tregszellen sind genauso wichtig in der Entwicklung der renalen Erkrankungen und in der Transplantationsimmunologie. Am Nachmittag folgten mehrere Blöcke von „Minivorträgen“, Symposien und Firmenvorträgen. Interessant war KDIGO Symposium - Guidelines v AKI. Vorgeschlagen wurde Bedarf an einheitliche Definition für Klinikum. In der Gegenwart gibt es zwei ähnliche Definitionen, gegründet an der Konzentration von Kreatinin und Harnabscheiden (RIFLE a AKIN). KDIGO empfehlt, dass akute renale Beschädigung soll als Steigerung von Serumkreatinin um mehr als 0,3 mg/dl (26,4 umol/l) bis 48 Stunden, Steigerung von Serumkreatinin um 1,5 Vielfache im Vergleich mit den letzten Werten binnen 7 Tagen, Abbruch der Diurese auf weniger als 0,5ml/kg/h binnen 6 Stunden definiert werden. Aufgrund dieser Definition wurden 3 AKI Stadien festgestellt, es wurde eine neue Definition der akuten Nierenerkrankung (AKD) vorgeschlagen – es beinhaltet Definition AKI wie oben, oder Abbruch GFR um mehr als 35%, oder Steigerung von Serumkreatinin um mehr als 50% gegen den letztgemessenen Wert binnen weniger als 3 Monate, oder Abbruch der Nierenfunktionen auf weniger als 60ml/min/1,73 m2 binnen weniger als 3 Monate, oder Nierenbeschädigung dauernd weniger als 3 Monate. Detailiert wurden Empfehlungen in Prävention mit Aminoglykoziden und Kontrast von induzierten AKI, Volumtherapie, Vasopressintherapie, Glykämiekontrolle bei kritisch kranken Patienten, Anfang und Schluss von MEL beschrieben.

Der dritte Tag – der 27.Juni 2010
Am Sonntag Vormittag gab es einige interessante Vorlesungen unter dem Titel – Wann soll Ausserkörperliche Einsetzungsbehandlung begonnen werden, Progression von Nierenbeschädigung, Prävention von Kardiovaskularrisiko bei Patienten mit Nierenerkrankung, seltene Nierenerkrankungen, Behandlung von Anämie und ESA in Nefrologie und viele Firmensymposien. Im Rahmen von Mittagessen beteiligten wir uns am Symposium unter dem Titel: Managment von Fosphor und FGF-23 in CKD-MBD: sollten wir eher mit dem Ziel heilen die Betreuung von Patienten zu verbessern? von der Firma Shire gespendet. Die Redner waren Dr. Alastair Hutchison aus Manchester aus Grossbritanien, Prof. Keiht Hruška aus St. Luis in den USA und Prof. Jorge Cannata - Andía aus Ovieda in Spanien. Aufgrund der angehörten Kenntnissen kann man zusammenfassen: bei den Patienten in CKD gibt es ein erhöhtes Risiko von der Entstehung Eisenmangel, es gibt einige Marker in der Diagnostik von Eisenspiegel im Organismus, aber fast alle haben bestimmte Grenzen, i.v.Eisen ist Benefit mehr für Patienten mit CKD in Predialyse auch im Fall von Absention der Behandlung ESA (neuere Präparate können die Grenzen von älteren i.v.Präparaten schieben). Als Neuigkeit gab es ein Einsteller von Eisenverfügbarkeit – Hepcidin – Leberantimikrobialpeptid mit Nieren abgeschieden, Eiseneindringen in Plasma gesteuert, mit RIA und ELISA Methoden bestimmt. Es wurde festgestellt, dass Hepcidin ein Hauptmediator beim Eisenmangel bei Entzündungsbefunden ist und kann auch ein Schlüsselfaktor in Pathogenese von Erytropoetinresistenz bei Entzundung und Infektion sein.

Der vierte Tag – der 28.Juni 2010
Den Schlussvormittag schlossen die Themen wie Anämie in CKD, Behandlung von Glomerularerkrankungen, Knochen und CKD, Gefässzugänge, Kardiovaskularerkrankungen und Nieren. Es wurden neue Therapiemöglichkeiten von chronischen Nierenkrankheiten presentiert – Neuheit in Behandlung – Antagonist von Endotelin 1, der den breiten Einfluss auf renale und kardiovaskulare Fysiologie und Patofysiologie hat. Es wurden neue Studien presäntiert, die die Aufgabe von mTOR-Inhibitors bei polyzistischen Nierenkrankheit, Cinacalcet ( in der Studie ADVANCE) und von Atorvastatín in 4D Studie bei den Patienten mit CKD geklärt haben. In der Behandlung von Glomerularerkrankungen wurde grosse Aufmerksamkeit vor allem der Behandlung ANCA assozierter Vaskulitida gewidmet – Rituximab ist nicht weniger effektiv als Cyklofosfamid auf Induktion von Remission, Relaps: immer hoch – der goldene Standard - Azathioprine, Alternative – Metotrexat (GFR weniger als 50ml/min), Leflunomid, Mykofenolat Mofetil z.Z.nicht unterstützt.

München ist die Hauptstadt des Freistaates Bayern. Nach Berlin und Hamburg ist es die drittgrösste Stadt un Deutschland. In München findet die bekannteste Veranstaltung in ganz Deutschland – das Oktoberfest statt. Im Rahmen von Stadtrundgang konnten wir auch das bekannte Schloss Nymphenburg besichtigen, Autofans konnten das BMW-Museum auskosten, das den bekannten Automarken, in München hergestellt, gewidmet ist. Wir konnten den Olympiapark nicht vermeiden, in dem das Stadion von Bayern München ist, in dem im Jahre 1972 olympishe Sommerspiele stattfanden. Der bekannte Hauptbanhof im Stadtzentrum ermöglicht mit der U-Bahn Verbindung mit mehreren Städten Deutschlands und Europa. In München müssen wir ungedingt Bayrische Küche kosten – eine Spezialität – Schweinsbraten mit Kartoffelknödeln und Rotkraut und selbstverständlich das ausgezeichnete bayrische Bier.

Das Kongress wurde ausgezeichnet organisiert, mit dem hohen Fachniveau. Ich danke der Leitung der Gesellschft Logman A.G., dass ich an dieser Veranstaltung Teil nehmen honnte.

(MUDr. Martina Sokirkova, 23. 7. 2010)